Skipper, Kapitän und Lotse

Die Hamburger Hafenlotsen möchten den Skippern einige Hinweise geben, um das Verstehen im Umgang mit der Berufsschifffahrt im Hafen weiter zu verbessern.

Großcontainerschiff ...

Die einlaufenden Schiffe werden in der Regel im Bereich Blankenese bis Teufelsbrück im südlichen Fahrwasser mit großen Lotsenbooten , die an der Steuerbordseite des Seeschiffes Längsseite gehen, besetzt. Dieses Manöver findet bei Geschwindig-
keiten von 6 bis ca. 10 Knoten statt.
Im Bereich der Finkenwerder Pfähle (Airbus) werden oft die Schlepper angespannt, die dazu sehr dicht an das Schiff heranlaufen müssen.
In dieser Phase ist gebührender Abstand trotz der sehr beengten Verkehrsfläche aus der Sicht des Großschiffes wichtig.

Die Geschwindigkeit der beteiligten Fahrzeuge ändert sich dabei nur wenig. In den meisten Fällen wird ein „langsames” Großschiff schneller als eine Yacht sein und diese überholen. Sportfahrzeuge sollten ihr UKW Gerät eingeschaltet haben und auf Kanal 74 ansprechbar sein, die Schiffe geben fortlaufend auf  UKW 74 Positions- und Manövermeldungen ab.
Einige Standarddrehmanöver können bei Unkennt-
nis der Skipper Irritationen hervorrufen.

Brückensicht ....

Große Containerschiffe drehen bei Flut vor dem Parkhafen über Steuerbord (im Uhrzeigersinn), bei Ebbe über Backbord und beanspruchen dabei die gesamte Fahrwasserbreite. Beim Drehen können die Vor- und Achterschlepper unvermittelt an bis zu 60 Meter langen Schleppleinen  hinter dem Schiff auftauchen. Hier muss erheblicher Sicherheitsabstand eingehalten werden, zumal die Schiffe mit großer Maschinenleistung manövrieren. Wegen der Enge, der Größe des Schiffes und des Stromes kann ein einmal begonnenes Manöver nicht mehr abgebrochen werden, ein Ausweichen des Großschiffes ist physikalisch unmöglich! Ein ähnliches Manöver findet vor dem Vorhafen statt.  Hierbei drehen die Container über Backbord, auch bei Flut, und werden rückwärts in den Vorhafen gefahren. Das Drehen beansprucht auch hier die volle Flussbreite. Neben den geschilderten Drehmanövern auf der Elbe laufen die Schiffe in die südlichen Hafenteile und Flussarme. Großschiffe beginnen recht früh das Eindrehen aus der Flussmitte, um den Stromschnitt zu schaffen. Ein Eindrehen kann nicht mehr abgebrochen werden ohne zu stranden!

Containerschiffe, oft aber auch andere Typen, haben große tote Winkel im Vorausbereich, die nicht von der Brücke eingesehen werden können. Die obige Fotographie vermittelt einen Eindruck dieser eingeschränkten Sicht. Yachten die sich in diesem Bereich aufhalten führen immer zu erheblicher Unruhe an Bord, besonders wenn aufgekreuzt wird, da der Lotse nicht wissen kann, wann das Boot auf den anderen Bug geht. Aus der Sicht des Skippers mögen die Abstände mehr als ausreichend sein, er kann das Schiff schließlich sehen und er kann jederzeit den Kurs ändern. Aber von der anderen Seite...?

Skipper, Kapitän und Lotse können konfliktfrei zusammenarbeiten. Wir empfehlen daher dringend auf UKW  Kanal 74 empfangsbereit zu sein, die Maschine jederzeit startklar zu haben, gebührenden Sicherheitsabstand zu wahren, den nicht einsehbaren toten Winkel im Vorausbereich zu meiden und die eigenen Absichten klar und deutlich für das Großschiff zu machen. Ob ein Aufkreuzen im Fahrwasser sinnvoll ist, bitten wir sorgfältig abzuwägen.

Allzeit gute Fahrt!

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